Glossar

Maus-Begriffe von A bis Z

Von CPS bis Lift-off-Distance: die wichtigsten Begriffe rund um Maus, Sensor, Switch und Klick, kurz und verständlich erklärt.

Aktuierungskraft Hardware

Die Aktuierungskraft ist die Kraft, die nötig ist, damit ein Mikroschalter auslöst und einen Klick registriert. Sie wird in Newton angegeben und liegt bei gängigen Maus-Switches typisch zwischen 0,5 und 0,75 N. Eine niedrige Aktuierungskraft erlaubt schnellere und ermüdungsärmere Klicks, erhöht aber das Risiko ungewollter Auslösungen.

Butterfly-Click Klick-Techniken

Beim Butterfly-Click werden zwei Finger abwechselnd auf dieselbe Maustaste gelegt, sodass pro Schwung zwei Klicks ausgelöst werden. Die Technik erreicht hohe CPS-Werte, belastet den Mikroschalter jedoch stark und gilt in vielen Spielen als unzulässig. Da die Klicks oft in sehr kurzem Abstand erfolgen, kann die Debounce-Zeit der Maus einzelne Klicks verschlucken.

CPS (Clicks per Second) Messung

CPS steht für Clicks per Second und misst, wie viele Klicks pro Sekunde ausgelöst werden. Der Wert ist die zentrale Kennzahl jedes Klick-Tests und liegt bei normalem Klicken meist zwischen 4 und 8 CPS. Mit Techniken wie Jitter-Click oder Butterfly-Click sind deutlich höhere Werte erreichbar, die aber durch die Debounce-Zeit der Maus begrenzt werden.

Debounce-Zeit Technik

Die Debounce-Zeit ist ein kurzes Zeitfenster, in dem die Maus-Firmware nach einem erkannten Klick weitere Signale ignoriert. Sie unterdrückt das Prellen mechanischer Mikroschalter und verhindert so unbeabsichtigte Doppelklicks. Bei mechanischen Switches liegt sie oft im Bereich von einigen Millisekunden, was schnelle Klick-Folgen begrenzen und einzelne Klicks verschlucken kann.

Doppelklick-Fehler Hardware

Ein Doppelklick-Fehler liegt vor, wenn ein einzelner Tastendruck als zwei Klicks registriert wird. Ursache ist meist ein verschlissener Mikroschalter, dessen Kontakte stärker prellen, als die Debounce-Zeit ausgleichen kann. Mit einem Klick-Test lässt sich prüfen, ob bei langsamem, bewusstem Klicken ungewollte Doppelklicks auftreten.

DPI Technik

DPI (Dots per Inch) gibt an, wie viele Schritte der Sensor pro Zoll Mausbewegung meldet. Ein höherer DPI-Wert bewegt den Mauszeiger bei gleicher Handbewegung weiter. Gebräuchlich sind Werte zwischen 400 und 3200 DPI, wobei moderne Sensoren ein Vielfaches davon erlauben. Für den effektiven Wert im Spiel ist zusätzlich die eDPI relevant.

Drag-Click Klick-Techniken

Beim Drag-Click wird der Finger so über die Maustaste gezogen, dass die Reibung den Mikroschalter in schneller Folge mehrfach auslöst. So entstehen sehr hohe CPS-Werte mit einer einzigen Bewegung. Die Technik beansprucht den Switch ungewöhnlich stark und funktioniert nur mit bestimmten Tastenoberflächen.

eDPI Technik

eDPI (effective DPI) beschreibt die tatsächliche Empfindlichkeit im Spiel und macht Einstellungen über verschiedene Mäuse hinweg vergleichbar. Die Formel lautet eDPI = DPI × In-Game-Sensitivität. Eine Maus mit 800 DPI und einer Sensitivität von 0,5 ergibt also 400 eDPI, identisch zu 400 DPI bei Sensitivität 1,0.

Encoder (Scrollrad) Hardware

Der Encoder ist das Bauteil im Scrollrad, das die Drehung in elektrische Signale und Rastpunkte umsetzt. Mechanische Encoder mit Schleifkontakten verschleißen mit der Zeit und verursachen Geistersprünge oder verkehrte Scrollrichtung. Optische Encoder arbeiten kontaktlos und gelten daher als langlebiger und präziser.

getCoalescedEvents Messung

getCoalescedEvents ist eine Methode der Pointer-Events-API im Browser, die alle Zwischenpositionen liefert, die seit dem letzten verarbeiteten Event aufgelaufen sind. Browser fassen Mausbewegungen normal pro Frame zusammen, wodurch bei hoher Polling-Rate Datenpunkte verloren gehen. Mit dieser Methode lassen sich die Roh-Events einer schnellen Bewegung vollständig auslesen, was sie für genaue Messungen im Maus-Test wichtig macht.

Jitter-Click Klick-Techniken

Beim Jitter-Click spannt der Nutzer Unterarm und Hand an, sodass ein kontrolliertes Zittern die Maustaste sehr schnell auslöst. Die Technik erreicht hohe CPS-Werte, ist aber schwer zu steuern und kann auf Dauer die Handgelenke belasten. Die Klickrate wird zusätzlich durch die Debounce-Zeit der Maus begrenzt.

Latenz / Input-Lag Messung

Latenz oder Input-Lag bezeichnet die Verzögerung zwischen einem physischen Klick und der Verarbeitung im System. Sie setzt sich aus der Switch-Verzögerung, der Polling-Rate und der Verarbeitung im Browser zusammen. Mechanische Switches addieren durch die Debounce-Zeit einige Millisekunden, während optische Switches nur einen Bruchteil davon beitragen.

Lift-off-Distance (LOD) Technik

Die Lift-off-Distance ist die Höhe, bis zu der ein Maussensor Bewegungen noch erfasst, während die Maus vom Untergrund abgehoben wird. Eine niedrige LOD verhindert, dass sich der Zeiger beim Neuansetzen ungewollt mitbewegt. Viele Gaming-Mäuse erlauben es, die LOD in Stufen von etwa 1 bis 2 mm einzustellen.

Mausbeschleunigung Technik

Mausbeschleunigung bedeutet, dass die zurückgelegte Zeigerstrecke nicht nur von der Bewegungsdistanz, sondern auch von der Bewegungsgeschwindigkeit abhängt. Schnelle Bewegungen legen den Zeiger dann weiter als langsame über dieselbe Strecke. Für konsistentes Zielen wird Mausbeschleunigung meist deaktiviert, da sonst gleiche Handbewegungen unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Mikroschalter Hardware

Der Mikroschalter ist das Bauteil unter jeder Maustaste, das den Tastendruck in ein elektrisches Signal umsetzt. Mechanische Varianten arbeiten mit einer Metallfeder, deren Kontakte beim Auslösen prellen und daher eine Debounce-Zeit benötigen. Die Lebensdauer wird in Klickzyklen angegeben und reicht je nach Modell von wenigen bis zu mehreren Dutzend Millionen Klicks.

MotionSync Technik

MotionSync synchronisiert das Auslesen des Sensors mit dem Polling-Intervall der Maus. Statt den Sensor zu einem zufälligen Zeitpunkt abzufragen, richtet sich die Abfrage am festen Takt aus, was die zeitliche Streuung der Bewegungsdaten verringert. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Latenz auf Kosten einer minimal höheren durchschnittlichen Verzögerung.

Omron-Switch Hardware

Der Omron-Switch ist ein weit verbreiteter Mikroschalter des japanischen Herstellers Omron, der in vielen Gaming- und Office-Mäusen verbaut wird. Bekannte Modelle wie der D2FC-F-7N sind in Varianten mit 10, 20 oder 50 Millionen Klickzyklen erhältlich. Mit zunehmendem Verschleiß steigt das Risiko von Doppelklick-Fehlern durch verstärktes Prellen der Kontakte.

Optischer Switch Hardware

Ein optischer Switch registriert Klicks über einen Lichtstrahl, der beim Tastendruck unterbrochen wird, statt über metallische Kontakte. Dadurch entfällt das Prellen, sodass die Debounce-Zeit sehr klein gehalten werden kann und Doppelklick-Fehler praktisch ausgeschlossen sind. Optische Switches sind häufig für rund 100 Millionen Klickzyklen ausgelegt und damit deutlich langlebiger als typische mechanische Varianten.

Polling-Rate Technik

Die Polling-Rate oder Abtastrate gibt an, wie oft pro Sekunde die Maus ihren Zustand an den Computer meldet, gemessen in Hertz. Gängige Werte sind 125, 500 und 1000 Hz, neuere Mäuse erreichen 4000 oder 8000 Hz. Eine höhere Polling-Rate senkt die Eingabeverzögerung, erhöht aber die Last auf CPU und USB-Bus.

PTFE-Gleitfüße / Skates Hardware

PTFE-Gleitfüße, oft Skates oder Mausfüße genannt, sind die reibungsarmen Pads aus Teflon an der Unterseite der Maus. Sie bestimmen, wie leicht die Maus über das Mauspad gleitet, und nutzen sich mit der Zeit ab. Hochwertige PTFE-Skates sorgen für gleichmäßiges Gleiten ohne Ruckeln, was kontrollierte Bewegungen erleichtert.

Sensor (optisch vs. Laser) Hardware

Der Sensor erfasst die Bewegung der Maus über dem Untergrund. Optische Sensoren nutzen eine LED und liefern auf den meisten Mauspads sehr präzise Ergebnisse, während Laser-Sensoren auch auf glatten oder glänzenden Oberflächen arbeiten. Optische Sensoren gelten heute als Standard für präzises Tracking, da sie weniger zu unerwünschten Artefakten neigen.

Switch-Bounce / Prellen Hardware

Prellen (Switch-Bounce) beschreibt das kurze mehrfache Schließen und Öffnen der Kontakte eines mechanischen Mikroschalters beim Auslösen. Für die Elektronik kann dies wie mehrere schnelle Klicks aussehen, weshalb eine Debounce-Zeit gegensteuert. Lässt das Prellen mit zunehmendem Verschleiß stärker werden, kommt es zu Doppelklick-Fehlern.